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POIs erstellen

POIs sind sogenannte Points of Interest, also interessante Punkte, die auf einer Karte erscheinen können. Im Internet finden sich einige Downloadbare Dateien zum Beispiel als Wegpunkte im GPX Format, mit POIs für verschiedene Zwecke (zum Beispiel Berghüttenverzeichnisse, Wanderparkplätze oder Tankstellen). Das Garmin eTrex 20 und 30 kann nur 2000 Wegpunkte speichern, das eTrex 10 sogar nur 1000. Nutzt man solche GPX Dateien, kann man schon recht bald an diese Grenze stossen. Eigentlich ist diese Grenze nicht ganz verständlich, da die Geräte über genügend internen Speicher verfügen um Millionen von Wegpunkten abzulegen. Es gibt hier aber einen einfach Ausweg: Das erstellen von GPI-Dateien aus einer GPX Datei.

Eine GPI-Datei ist eine Binärdatei (GPX Dateien sind XML-Dateien, also letzlich Klartext), welche POIs in besonders effizienter Weise speichert. GPI ist ein Garmin spezifisches Format. Der Vorteil an GPI Dateien besteht darin, das nur der Speicherplatz auf dem Gerät die Größe der GPI-Dateien begrenzt. Daher ist es auch möglich 10000 und mehr Punkte als GPI-Datei auf dem Gerät abzulegen.

Mit Standardeinstellungen zeigt das GPS-Gerät erst ab einer Zoomstufe, wenn der Balken unten 80 Meter anzeigt Symbole für POIs aus GPI-Dateien an. Dies kann jedoch auch so verändert werden, daß man bereits bei größeren Zoomstufen die POIs in der Kartenansicht sieht. Dazu geht man in der Kartenansicht ins Menü (Menütaste drücken), dann auf "Karte einrichten" -> "Erweiterte Karteneinstellungen (Textgr., Zoom usw.)" -> "Zoom-Massstäbe (Punkte, Str. usw.) -> "Benutzer-Wegpunkte". Der Standard-Wert ist Auto. Stellt man hier einen anderen Wert ein, werden sowohl POIs als auch Wegpunkte in der Kartenansicht ab dieser Zoomgröße dargestellt.

Um aus einer GPX Datei mit Wegpunkten eine GPI Datei zu erzeugen, kann das Programm GPSBabel verwendet werden. Der Aufruf unter Linux/BSD um beispielsweise die Datei parklaetze.gpx ins GPI Format zu konvertieren sieht so aus (unter Windows/MAC hat GPSBabel eine grafische Benutzeroberfläche):

gpsbabel -i gpx -f parkplaetze.gpx -o garmin_gpi,category="Parkplaetze" -F parkplaetze.gpi

Der Parameter -i gibt das Eingabeformat an (hier GPX), der Parameter -o das Ausgabeformat, wobei garmin_gpi hier für das GPI Format steht. An das Format kann auch getrennt durch ein Komma, Unteroptionen angegeben werden, wie in diesem Fall category=. Mehr zu dieser Unteroption weiter unten. Mit -f wird die Eingabedatei angegeben, mit -F die Ausgabedatei.

Um auch ein sinnvolles Icon in der Kartenansicht angezeigt zu bekommen, läßt sich noch zusätzlich die Unteroption bitmap= für das garmin_gpi Ausgabeformat von gpsbabel benutzen. Solch eine Bilddatei muß im Format *.bmp mit 24-Bit oder 32-Bit Farbtiefe und einer Größe von maximal 24 x 24 Pixeln vorliegen. Da dies bereits recht groß für die Darstellung auf dem Display ist, ist es sinnvoll das Icon sogar nur 16 x 16 Pixel groß zu machen. Solch ein Icon kann mit einem beliebigen Bildbearbeitungsprogramm (wie etwa Gimp) erstellt werden. Der Aufruf würde dann zum Beispiel so aussehen:

gpsbabel -i gpx -f parkplaetze.gpx -o garmin_gpi,category="Parkplaetze",bitmap="parken.bmp" -F parkplaetze.gpi

Anschließend kann man die Datei parkplaetze.gpi auf dem Gerät speichern. Dazu muß man unter dem Garmin Ordner auf dem Gerät noch einen Unterordner mit dem Namen poi erstellen und die Datei dann hier hinein kopieren.

Um einen derartig gespeicherten POI als Ziel auszuwählen taucht nun unter dem Menüpunkt Zieleingabe der Unterpunkt Extras auf. Kopiert man mehrere GPI Dateien auf das Gerät, sollte man unbedingt die Unteroption category= verwenden, da der hier vergebene Name später als Name einer Kategorie von POIs im Gerät auftaucht.

Durch ausprobieren auf einem eTrex 20 habe ich heraus gefunden das maximal nur 20 GPI-Dateien angezeigt werden können.

eTrex 10 und POIs

Das eTrex 10 ist ein Nicht-Kartenfähiges Gerät, welches laut Garmin daher auch keine POIs anzeigen kann, da POIs meist in Karten eingebettet sind. GPI-Dateien funktionieren jedoch im eTrex 10! Daher ist diese Methode grade beim eTrex 10, welches weniger Wegpunkte speichern kann, als das eTrex 20/30 eine gute Methode umfangreiche POI Sammlungen auf dem Gerät abzuspeichern. Sehr große POI Sammlungen lassen sich jedoch auf dem eTrex 10 aufgrund des geringen Speicherplatzes des Gerätes nicht unterbringen.

POIs aus Openstreetmap

Es gibt eine Methode schnell und einfach an eine große POI Sammlung eine Gebietes zu kommen. Die Openstreetmap Datenbank enthält sehr viele POI Objekte, welche mit der Overpass API abgefragt werden können. Diese Abfrageschnittstelle läßt sich unter http://overpass-api.de/query_form.html erreichen. Die dort erwartete Syntax ist im Openstreetmap Wiki erläutert. Hier ein einfaches Abfragebeispiel:

<osm-script>
<query type="node">
<has-kv k="amenity" v="shelter"/>
<bbox-query e="13.86" n="50.59" s="47.23" w="8.97"/>
</query>
<print/>
</osm-script>

Diese Abfrage sucht nach allen POIs in Openstreetmap welche als amenity=shelter getagged sind. Dies sind Wetterschutzhütten und ähnliches. Dabei wird die Abfrage auf die angegebenen geografischen Koordinaten beschränkt. Die hier verwendeten Koordinaten umfassen das Gebiet Bayerns mit einigen zusätzlichen Rändern (Teile Baden-Würtembergs, Tschechiens und Österreichs).

Die entsprechenden Koordinaten lassen sich ermitteln indem man auf der Openstreetmap Website die Export Funktion nutzt: Geht man oberhalb der Karte auf den Link "Export" dann öffnet sich eine zusätzliche Seitenleiste in deren oberen Bereich man 4 Koordinaten sehen kann. Klickt man auf "Einen anderen Bereich manuell auswählen", kann man mit der Maus ein Rechteck auf der Karte aufziehen. Die angezeigten Koordinaten entsprechen dem Rechteck. Den Export selbst kann man dann abbrechen, daß einzigste was man benötigt sind die Koordinaten. Diese müssen in die Abfrage in der richtigen Reihenfolge eingetragen werden. Die obige XML-Abfrage verwendet eine andere Reihenfolge, als die Angabe auf der Exportleiste. Die XML-Abfrage erwartet die Koordinaten jeweils als östliche Grenze in e=, als westliche Grenze in w=, als südliche Grenze in s= und als nördliche Grenze in n=.

Für amenity kann jeder beliebige in OSM für Punktobjekte übliche Schlüssel und bei shelter jeder für diesen Schlüssel gültige Wert eingetragen werden. Schlüssel/Wert-Paare können im Openstreetmap-Wiki nachgelesen werden, z. B. amenity, tourism, natural oder barrier. Dabei ist zu beachten, daß die obige Abfrage nur nach Punkten (Nodes), nicht nach Flächen in Openstreetmap sucht. Viele POIs in Openstreetmap können jedoch sowohl als Punkt, als auch als Fläche in Openstreetmap eingetragen sein. Parkplätze werden zum Beispiel häufiger als Fläche, als als Punkt eingetragen. Die Suche nach Flächen ist zwar mit der Overpass API natürlich genauso möglich, aber gpsbabel könnte dies nicht auswerten und in einen Garmin POI umwandeln. In diesem Fall wäre also ein zusätzliches konvertieren von Flächen in Punkt-Objekte notwendig, welches wesentlich komplexer wird. Dennoch gibt es eine Reihe in Openstreetmap vorwiegend als Punkt eingetragene Objekte die hierfür interessant sein können, wie etwa das bereits oben genannte amenity=shelter, oder etwa natural=peak, oder amenity=bench, oder amenity=atm, oder tourism=viewpoint, oder information=guidepost, usw.

Schickt man die entsprechende Abfrage ab, erhält man ein Downloaddokument zurück, welches alle Daten im Openstreetmap XML Format beinhaltet. Diese Daten können mit gpsbabel einfach umgewandelt werden:

gpsbabel -i osm -f shelter.osm -o garmin_gpi,category="Unterstand",bitmap="shelter.bmp" -F shelter.gpi

In diesem Fall wird als Eingabeformat für die Option -i osm gewählt und bei -f die herunter geladene Datei angegeben. Die restlichen Optionen sind wie bereits weiter oben für gpsbabel erklärt.

Downloads

Die folgenden Downloads sind mit der eben beschriebenen Methode aus Openstreetmap Daten erstellt. Die Lizenz für diese Daten ist daher die von Openstreetmap verwendete ODBL (Openstreetmap Lizenz). Die in den GPI-Dateien verwendeten Icons sind von mir selbst erstellt und stehen unter Public Domain.

Südbayern

Diese Downloads umfassen die Südhälfte Bayerns mit angrenzenden Gebieten (Baden-Würtemberg, Tirol, Tschechien).

bewirtschaftete Berghütten, Größe: 64K, Stand: 07.02.2017 (OSM-Tag: tourism=alpine_hut)

Unterstand, Biwakschachtel, Größe: 113K, Stand: 07.02.2017 (OSM-Tag: amenity=shelter)

Sattel, Paß, Größe: 54K, Stand: 07.02.2017 (OSM-Tag: natural=saddle oder mountain_pass=yes)

Bergspitze, Größe: 444K, Stand: 07.02.2017 (OSM-Tag: natural:peak)

Trinkwasser, Größe: 143K, Stand: 07.02.2017 (OSM-Tag: amenity=drinking_water oder drinkable=yes)

Island

Berghütten, 11,4 KB (OSM-Tag: tourism=alpine_hut; Stand: August 2013)

Berge, (OSM-Tag: natural=peak; Größe: 33K, Stand: 01.09.2014)

Vulkane, (OSM-Tag: natural=volcano; Größe: 5.2K, Stand: 01.09.2014)

Quelle, (OSM-Tag: natural=spring; Größe: 5.7K, Stand: 01.09.2014)

Wasserfall, (OSM-Tag: waterway=waterfall; Größe: 9.7K, Stand: 01.09.2014)

Ortschaften, (OSM-Tag: place=city oder place=town oder place=village; Größe: 8.6K, Stand: 01.09.2014)

Rettungspunkte Niedersachsen

Diese GPI Datei ist nicht aus OSM Daten entstanden, sondern wurde aus einer GPX Datei die von den Niedersächsischen Landesforsten direkt zur Verfügung gestellt wurde generiert. Diese Notfall-Treffpunktschilder dienen der schnellen Hilfe bei Unfällen im Wald.

Rettungspunkte Niedersachsen, 151 KB.